FIlehosting gegen Urheberrechtsverstöße

FIlehosting gegen Urheberrechtsverstöße

Filehosting Anbieter – Kampf gegen Urheberrechtsverstöße

Uploaded.to, Share-Online und Co. sind beliebte Dienste, auf welchen Nutzer große Datenmenge hochladen und bereitstellen können. Eigentlich eine gute Idee, die jedoch in den letzten Jahren immer mehr von kriminellen Netzwerken genutzt wurde, um urheberrechtlich geschütztes Material über das Internet zu vertreiben und anzubieten.

Zu aller erst klären wir mit folgendem Video, was das Urheberrecht im Internet eigentlich genau ist:

Rechteinhaber standen lange hilflos da, denn es war schwierig die Uploads erstens als illegal zu erkennen und zweitens dann auch tatsächlich zu löschen. Diese Situation hat sich inzwischen geändert, aber die Frage bleibt:

Warum gibt es auf Filesharing Plattformen so viele Verstöße?

Die relative Anonymität der einzelnen Nutzer ermöglicht es, relativ unerkannt urheberrechtlich geschütztes Material hochzuladen. Zusätzlich kann man nur dort als Durchschnittsnutzer sehr günstig große Datenmengen hochladen, die teils für Blu-Ray-Filme und Ähnliches nötig sind.

Viele Webseiten, auf denen urheberrechtlich bedenkliche Inhalte angeboten werden, nutzen die Filehoster zusätzlich, um das eigene Risiko im wahrsten Sinne des Wortes “auszulagern”. Durch die zahlreichen, uploadenden User und teils kryptischen Dateibezeichnungen – oft gepaart mit einem Passwortschutz – fällt es dem unbedarften Laien des Weiteren schwer zu erkennen, ob ein Verstoß gegen das Gesetz vorliegt.

“Takedown-Notice” bei Uploaded und Co.

Um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen und einer Reputationsschädigung vorzukommen, bieten alle relevanten Filesharing Plattformen die Möglichkeit an, als Rechteinhaber eine sogenannte Takedown-Meldung zu versenden.

Takedown bei Uploaded.to
Takedown bei Uploaded.to

Damit weist man den Anbieter darauf hin, dass man einen konkreten Urheberrechtverstoß ausgemacht hat. Die Anbieter prüfen dies umgehend und kümmern sich um die Löschung. Auch die Behörden (wie z.B. die Polizei) nutzen diese Möglichkeit, wenn auch hierbei die Herausgabe der Adressdaten der jeweiligen Nutzer im Vordergrund steht. Damit angefangen hat der Anbieter Uploaded, der bekannteste und dienstälteste Filehoster in Deutschland. Inzwischen ziehen aber auch immer mehr andere Unternehmen hinterher.

Häufig haben eine Handvoll gezielte “Takedown”-Meldungen den Effekt, dass die Uploader vom jeweiligen Objekt der illegalen Begierde ablassen, wenn der Rechteinhaber sich in der Szene den “Ruf” erarbeitet, schnell auf Verstöße zu reagieren.

Schaden durch Piraterie in Milliardenhöhe

Ein Bericht der der amerikanischen Digital TV Research (ein Unternehmen, welches sich auf Analysen für die Medienbranche spezialisiert hat) geht davon aus, dass die Summe der durch Piraterie entgangenen Einnahmen von 6,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf fast 31,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 explodiert ist– Tendenz steigend. Die Zahl soll im Jahr 2022 fast 52 Milliarden US-Dollar betragen.

Die Situation in Deutschland ist ähnlich, wenn man die geringere Einwohnerzahl berücksichtigt. Deswegen haben Rechteinhaber ein starkes Interesse daran, die Filehosting Anbieter, bei allen Vorteilen die sie für den Großteil der legal nutzenden Anwender bieten, zu reglementieren. Diese versuchen natürlich im Gegenzug, sich ihr Geschäftsmodell nicht langfristig durch Urheberrechtsverletzungen zu zerstören und arbeiten fieberhaft daran, auch mit eigenen, automatisierten Suchalgorithmen das Hochladen von urheberrechtlich bedenklichem Material im Ansatz zu ersticken.

Eine weitere Maßnahme die ergriffen wird, ist die Kooperation mit staatlichen Behörden im Hintergrund – sogenannten “Honeypots” (zu Deutsch: Honigtöpfe). Dabei wird bewusst kriminelles Vorgehen ermöglicht, wird aber von Polizei und Anbieter mitprotokolliert.

Irgendwann schnappt dann die Falle zu und der Staat kann auf einen Schlag eine ganze Anzahl gewerblich tätiger Raubkopie-Uploader festnehmen. Für die Anbieter hat dies den Vorteil, dass sie einerseits wertvolle Daten über die Arbeitsweise der Uploader illegaler Inhalte erfahren (und damit dem besser vorbeugen können), andererseits hilft die Zusammenarbeit mit den Behörden plausibel den Rechteinhabern die Ernsthaftigkeit der eigenen Absicht deutlich zu machen.

Fazit – Filehoster rüsten auf

Kein Filehoster kann und will illegale Uploads gutheißen, denn es gefährdet das Geschäftsmodell und zerstört den Ruf. In Zusammenarbeit mit Behörden, Rechteinhabern, aber auch in Eigeninitiative, wird an technischen Lösungen gearbeitet, die Flut an illegalen Uploads einzudämmen. Allerdings nutzen die Uploader immer ausgefeiltere Methoden, um die illegalen Inhalte zu verschleiern. Während die Filehoster dem mit neuen technischen Möglichkeiten versuchen Paroli zu bieten, wird der Kampf wohl auf absehbare Zeit weitergehen.

Eins lässt sich jedoch festhalten: Die Filehoster haben laut Cloudzzer inzwischen ihre Hausaufgaben definitiv gemacht und gehen proaktiv vor.

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